Kulinarische Abenteuer im Odenwald und an der Bergstraße

Angis Farbenlehre

Fünf köstliche Brotaufstriche aus der „Goldenen Nudel"
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Ob an grauen Wintertagen, in einer lauen Sommernacht oder einfach in der großen Pause – diese vegetarischen Aufstriche machen aus jedem Brot eine farbenfrohe Leckerei. Und das schon auf den ersten Blick.

Sinnesfrohe Leckereien sind es, die uns in der Goldenen Nudel erwarten – natürlich hausgemacht. Und ein Landbrot, gebacken von einem apulischen Bäcker, mit einer Länge von über einem Meter und einem Durchmesser, der einem Dreißig-Zentimeter-Lineal entspricht. Mächtig wälzt es sich auf dem Tisch, doch fünf leuchtende Farbkleckse stehlen ihm die Schau. Es sind die Brotaufstriche, die Angi und Ingo für uns zubereitet haben.

„Meine Welt ist bunt.“ Das ist die Zeile eines alten Schlagers, die mir bei dem Anblick sofort einfällt. (aus: „Der lachende Vagabund“, gesungen von Ralf Bendix, 1958). Aber an einen Tisch mit Speisen, auf dem die Farben eine so einladende Rolle spielen, kann ich mich gerade nicht erinnern.

Die Lust, sofort zu probieren, muss warten. Zuerst die Arbeit. Zuerst fotografieren. Während die Bilder nach und nach entstehen, erzählt Angi, wie man die Brotaufstriche macht und Ingo lässt uns begeistert wissen, wie daraus die Schulbrote für die Kinder werden.

Alle fünf Brotaufstriche sind blitzschnell zubereitet, brauchen nur wenige Zutaten und begeistern trotzdem alle durch Raffinesse. Doch seht und schmeckt selbst.

 

Das helle Grün steckt voller Überraschungen

Dicke Bohnen, auch Sau- oder Ackerbohnen genannt, sind die Basis dieses leckeren wie ungewöhnlichen Brotaufstrichs. Ihr braucht nur die Bohnenkerne aus den Schoten. Also palt die Bohnen aus (so heißt das) und kocht die Kerne mit gehackten Zwiebeln und Salz bis sie weich sind. Nach dem Pürieren schmeckt ihr sie mit Salz, Olivenöl und vielleicht ein wenig Parmesan ab.

 

Im dunklen Purpur versteckt sich eine Reise in den Orient

Schält Rote Beete, schneidet sie in Würfel und vermengt sie mit gehackten Datteln, getrocknetem Chili, Salz, Zucker (alternativ Zimtsirup oder Sirup aus Holunderblüten) und Za’atar. Das ist eine nordafrikanische Gewürzmischung, die im Wesentlichen aus Thymian und Besam besteht – auch als Zatar oder Satar bekannt. Kocht alle Zutaten in Wasser bis sie weich sind, püriert die Masse und schmeckt sie noch mal mit Za’atar ab.

 

Ein kleines Geheimnis umgibt die fruchtige Energie des Orange

Putzt einige Karotten und schneidet sie in Stücke. Dann kocht ihr sie mit Kardamom in Wasser bis sie weich sind. Gebt nach Belieben Chili, Zimt- oder Ahornsirup dazu und püriert alles. Zum Schluss schmeckt ihr das Ganze nur noch mit Pfeffer und Salz ab.

 

Die grünen Sprenkel im Weiß künden vom heimatlichen Frühling

 Einfacher geht es wirklich nicht. Verrührt einfach Sahnequark mit Zitronensaft und etwas Salz und Pfeffer. Dann hebt ihr noch feine Röllchen aus Schnittlauch unter. Und schon seid ihr fertig.

 

 Eine tiefrote Erzählung von der Seele Italiens

Kocht getrocknete Tomaten in etwas Wasser weich und püriert sie, nachdem ihr das Wasser abgegossen habt. Schmeckt die Paste mit Salz, Pfeffer und Olivenöl ab.

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Wir haben hier mal ganz bewusst keine Mengen angegeben. Tastet euch ran, probiert, verfeinert und entdeckt so die ganz eigene Version eurer Lieblings-Farbe. Kombiniert auch mal unterschiedliche Aufstriche auf einer Scheibe Brot und verfeinert sie mit Schnittlauch, Granatapfelkernen, dem Abrieb einer Orangenschale, Oliven oder mit was immer euch so einfällt. Kreiert einfach euer Amuse-Gueule, euer Abendbrot oder eure Pausenschnitte. Übrigens halten sich die Brotaufstriche einige Zeit im Kühlschrank (ausgenommen der Sahnequark). Es lohnt sich also durchaus immer etwas mehr zu machen.

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Dass wir so einiges von alldem probiert haben, nachdem die Bilder geschossen waren, versteht sich ja von selbst. Und auch, dass wir deshalb sagen können: Ein charaktervoller Rotwein dazu ist nicht schlecht, wirklich nicht schlecht (z.B. ein 2014er Dornfelder von der Odenwälder Winzergenossenschaft aus Groß-Umstadt).

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(Beim Schreiben gehört: „The Reminder“ von Feist)

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Lest mehr über die Goldene Nudel in Ober-Ramstadt:
Und jetzt mal etwas ganz anderes
Leichte Sommerküche mit Rosenblüten

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