Kulinarische Abenteuer im Odenwald und an der Bergstraße

Die essbare Stadt

Was Darmstadt sein kann – weil es das sein kann

„Wir wollen Darmstadt zur »Essbaren Stadt« machen. Ganz nach dem Vorbild der »Essbaren Stadt Andernach« und laden Euch alle herzlich dazu ein, mitzumachen und mitzugestalten!“ So stand es in der Einladung und wir sind dann mal hin.

Darmstadt. Es ist Samstag, der 11.06.2016 um 17:00 Uhr. Einige Leute haben geladen, dabei zu sein, wenn die Initiative „Essbares Darmstadt“ gegründet wird. Und rund einhundertfünfzig Interessierte haben sich vom drohenden Regen nicht abschrecken lassen und sind in die Dadarich Klause am Hauptbahnhof gekommen. Alexander Marschall (diekulturwirtschaft gmbh, Central GmbH) begrüßt die Gäste. Mit ihm auf dem Podest sind Anna Arnold (Urban Garden Darmstadt e.V), Dieter Krellmann (Palaterra) und als Schirmherrin und Beraterin Heike Boomgaarden, Gründerin der „Essbaren Stadt Andernach“. Allen ist deutlich die Lust am Thema ins Gesicht geschrieben.

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Dieter Krellmann stellt die Initiatoren vor, begrüßt einzelne Gäste und skizziert das Projekt. Tatsächlich zählt Darmstadt zu den deutschen Städten mit dem höchsten Grünflächenanteil pro Kopf und wurde früher auch als Waldstadt bezeichnet. Sollte die Zukunft wieder einmal in der Vergangenheit liegen?

Anschließend erzählt Anna Arnold den Zuhörern von vielfältigen, spannenden Möglichkeiten. Von Möglichkeiten, gemeinsam die Stadt zu gestalten und eine noch schönere, kreative und soziale Stadt zu pflanzen. Möglich dann, wenn Stadt, Politik, Initiativen, Wirtschaft und Bürger an einem Strang ziehen. Möglich dann, wenn viele mitmachen.

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Und dass viele mitmachen ist für Heike Boomgaarden aus Rheinböllen gar keine Frage. Sie streift nur kurz ihr inzwischen weltberühmtes Andernacher Projekt. Ihr geht es viel mehr darum, den Spaß und den Lustgewinn auf die Gäste zu übertragen. Und das gelingt ihr lachend – im wahrsten Sinne des Wortes.

Während der kurzen Vorträge werden Pflanzen und Kräuter zum Probieren gereicht. Schnuppern, Probieren, Staunen. Fühlt sich gut an, das alles. Goethe kommt mir in den Sinn: Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein (Osterspaziergang auf Faust).

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Bleibt noch zu klären wie aus der Datterich-Klause (ehemals Königreich Popo, ehemals Cage&Cola) die Dadarich Klause wurde und warum sie genau der richtige Ort für diese Veranstaltung ist: Vor genau einhundert Jahren war die Welt der jetzigen erstaunlich ähnlich. Sie war beherrscht von Krieg, sozialem Wandel und Werte-Verlust. Einige Künstler begehrten auf und setzten allem Arrivierten und Gewohnten ihren „Unsinn“ entgegen – den Dadaismus. Ausgehend von Zürich eroberte diese Antikunst schnell die Metropolen Europas. Dabei zerstörte Dada die akademischen Ausdrucksweisen der Künste und führte stattdessen künstlerische Disziplinen auf unkonventionelle Weise zusammen.

Eine Philosophie, die sich auch auf die „essbare Stadt“ übertragen lässt – in der die Grenzen einzelner Gruppen, Disziplinen und Professionen verschwinden, in der Bürger gestalten und Politiker zulassen, in der die Frage „was kann ich tun“ und nicht „was kann ich bekommen“ zählt.

Wenn ihr Interesse habt: Ab jetzt findet jeden Mittwoch der Stammtisch der Initiative „Essbares Darmstadt“ um 19:00 Uhr in der Dadarich Klause statt. Mehr Infos gibt es hier:

www.facebook.com/urbangardendarmstadt

www.facebook.com/golddererde

und in Kürze auch auf

www.essbaresdarmstadt.de

Zur Einstimmung auf das Projekt „Essbares Darmstadt“ empfehle ich übrigens ein sehr schönes Kochbuch aus dem Schweizer AT-Verlag. Es heißt „Essbare Stadt“, ist geschrieben von Maurice Maggi (lasst euch von dem Namen nicht verwirren) und präsentiert vegetarische Rezepte mit Pflanzen aus Zürich – dem Ausgangspunkt des Dadaismus.

(Beim Schreiben gehört: „You Get What You Give“ von den New Radicals)

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