Kulinarische Abenteuer im Odenwald und an der Bergstraße

Ommas Buttermilch(s)kartoffeln

Ein norddeutscher Beitrag zu den 29. Odenwälder Kartoffelwochen
Buttermilchkartoffeln, Eintopf

Hey, Leute. Vom 21.September bis zum 6. Oktober 2019 feiert der Odenwald die Kartoffel und lädt euch dazu ein. In diesen zwei Wochen dreht sich auf Veranstaltungen und vor allem in sechsundzwanzig Restaurants und Gasthäusern der Region alles um die nahrhafte Knolle. Und ich … ich leiste auch meinen Beitrag, indem ich sage „Nix, wie hin, in den Odenwald“ und indem ich ein Rezept aus dem Weserbergland beisteuere – gemacht aus rein südhessischen Zutaten.

 

Die Kartoffel hat sich im Odenwald seit Anfang des achtzehnten Jahrhunderts nicht nur zu einem der wichtigsten Nahrungsmittel entwickelt, sie ist heute auch untrennbarer Teil der regionalen Kultur. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie bereits zum neunundzwanzigsten Mal im Mittelpunkt der Odenwälder Kartoffelwochen steht. Und, ihr Leser/innen, wenn etwas zum neunundzwanzigsten Mal stattfindet, ist das wohl ein sicheres Zeichen für eine erfolgreiche Idee und gutes Essen, oder?

Und in den teilnehmenden Restaurants und Gasthöfen wird es lecker. Rund um die Kartoffel wird euch echte Vielfalt geboten – da trifft moderne Raffinesse auf traditionelle Rezepte, Regionales auf Mediterranes, Bekanntes auf Neues. Alle Informationen über Gastronomie, Veranstaltungen, Rezepte und Wissenswertes zur Kartoffel im Odenwald findet ihr unter www.kartoffelwochen.de

 

Ein Arme-Leute-Essen aus dem Weserbergland

Mein Vater liebte dieses Gericht. Meine Mutter hasste es. Also kamen Buttermilchskartoffeln bei uns nicht auf den Tisch. Dennoch waren sie allgegenwärtig. Denn für meine Mutter war diese typisch norddeutsche Suppe der Inbegriff schlechten Essens. Und so musste dieses unschuldige Arme-Leute-Gericht auch immer als ultimativ abschreckendes Beispiel für alles herhalten, was meine Mutter nicht mochte. Und das war so einiges.

Bleibt noch zu sagen, dass man da, wo ich wech bin, nicht über Buttermilchkartoffeln spricht, sondern über Buttermilchskartoffeln. Und wie das zweite m in Omma ist das s zwischen Buttermilch und Kartoffeln irgendwie ganz schön wichtig für den guten Geschmack.

 

Eure Einkaufsliste für vier vier Personen 

  • 1 kg Kartoffeln
  • 1,5 l Buttermilch
  • 1 kleine Zwiebel, gewürfelt
  • 200 g geräucherten Speck, gewürfelt
  • 1 EL Mehl
  • 1 TL Pflanzenöl
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • glatte Petersilie nach Belieben, fein geschnitten
  • 4 Wiener Würstchen oder Mettenden oder Bregenwürste, auf alle Fälle für jeden eins

 

Und jetzt, rinn in die Kartoffeln

Buttermilchkartoffeln, Eintopf Schält die Kartoffeln, schneidet sie in gleichmäßig kleine Würfel und kocht sie in Salzwasser gar. In einem zweiten Topf erwärmt ihr ein Drittel der Buttermilch (nicht kochen) und rührt das Mehl zum Andicken ein (nicht zu viel, sonst schmeckt es auch danach). Dann gebt ihr die restliche Buttermilch dazu und lasst alles warm werden. Sobald die Kartoffeln gar sind, gießt ihr sie ab, lasst sie kurz ausdampfen und gebt die erwärmte Buttermilch dazu. Das Ganze kocht ihr nur noch kurz auf und schmeckt es mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker (der sorgt dann für ein ausgewogenes Spiel zwischen Süß und Sauer) ab.

Währenddessen bratet ihr den Speck und die Zwiebeln in wenig Öl kräftig an – krosse Speckwürfel treffen glasige Zwiebeln. Dann habt ihr zwei Möglichkeiten.

Buttermilchkartoffeln, Eintopf Mischt die Speck-Zwiebel-Mischung unter die Suppe und rührt alles unter die Buttermilch(s)kartoffeln – auch das Öl. Ich allerdings serviere Speck und Zwiebeln lieber separat zu der Suppe. So kann jede(r) eine ganz eigene Mischung kreieren.

Buttermilchkartoffeln, Eintopf Für welche Variante ihr euch auch entscheidet – streut noch die gehackte Petersilie darüber und gönnt allen eine warme  Wurst zu euren Buttermilch(s)kartoffeln. Guten Appetit.

(Ich habe dieses Rezept bereits an anderer Stelle veröffentlicht, aber hier leicht variiert)

Fotos: Thomas Hobein

(Beim Schreiben u.a. gehört: „Year Of The Cat“ von Al Stewart)

 

2 Kommentare zu “Ommas Buttermilch(s)kartoffeln

  1. Christine Volkmann

    Bin auch von da „wech“ – wie schön, das Lieblingsessen meiner Kindertage im Internet zu finden. Unsere Variation gab’s mit Kartoffelpuffer. Auch lecker 🙂

  2. Tine

    Meine Lieblingsspeise aus meiner Kindheit. Bei uns gab es die Supper nur ohne Specks und Zwiebeln. Dafür aber mit einer Prise Zucker plus Milch und Sahne. Also eher süß sauer. Dazu gibt es Pfannkuchen und Bregenwurst. Diese Variante stammt aus Tündern/ Hameln und hat meine Uroma schon so gemacht. Lecker.

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