Kulinarische Abenteuer im Odenwald und an der Bergstraße

Die volle Packung Erdbeeren

mit Limoncello, Vanilleeis und Pistazien
Erdbeeren

Ich bin ja kein besonders geduldiger Mensch. Aber Erdbeeren – das sind Typen, auf die ich gerne warte. Und wenn sie dann Saison haben … dann mag ich sie in jeder Darreichungsform – also auch warm und leicht beschwipst von einem Likörchen.

Erdbeeren sind die fruchtigsten Kindheitserinnerungen überhaupt. Gezuckert mit Kondensmilch während der Woche, mit Sahne am Sonntag. Und für mich als Maigeborenen musste meine Mutter für mich mindestens zwei Erdbeerkuchen zu meinem Geburtstag auftischen. Später, um nicht zu sagen sehr viel später, als ich beginnen musste, mich in meiner eigenen Küche herumzutreiben, entdeckte ich Dinge wie grünen Pfeffer, Balsamico oder Pistazien als Side-Kicks der begehrten Super-Beere, die eigentlich gar nicht zu den Beeren zählt. Denn wie Superman im wahren Leben der Reporter Clark Kent ist, zählt die Erdbeere in Wahrheit zu den Sammelfrüchten.

Wenn ich mal angeben wollte, war die perfekte Begleitung ein Gläschen Champagner pro Beere. Aber das ist längst vorbei und ich frage mich, ob ich nicht mal wieder den Trick mit der Kondensmilch … Doch jetzt verpacken wir die Brüder erstmal.

Ein echt puppiges Rezept

ErdbeerenWenn wir schon in vorpubertären Erinnerungen schwelgen: Für alles, das uns als Kinder (Jungs) massiv unterforderte, war das ultra-coole Ersatzwort „puppig“. Dieses Synonym, das eigentlich für niedlich, hübsch usw. steht, verwendeten wir für „viel zu einfach“ . Wichtig war dabei natürlich, dass wir es mit Todesverachtung ausstießen, um als Fünfjährige unseren Anspruch klar zu machen, als erwachsene Männer akzeptiert zu werden.

Und dieses Rezept ist puppig – jedenfalls mehr oder weniger. Es wird nämlich unpuppiger, wenn man das Eis selbst macht, aber in der Regel auch deutlich besser. Denn industriell hergestelltes Vanille-Eis enthält für meinen Geschmack meistens viel zu viel Zucker. Entsprechend schmeiße ich meine Eis-Maschine an oder hole es aus einer Eis-Manufaktur wie Coccola  (Filialen in Darmstadt, Heppenheim, Bensheim, Frankfurt).

 

Einkaufsliste für etwa 4 Portionen

  • 250 g Erdbeeren, gewaschen, Stiele und Grünzeug entfernt
  • 2 TL Zucker (oder mehr, wenn die Erdbeeren es fordern)
  • 5 TL Limoncello (italienischer Zitronenlikör)
  • 4 große Kugeln Vanilleeis
  • 40 g Pistazienkerne, ungesalzen, gehackt
  • Butterbrotpapier
  • Küchengarn

 

Schnell gemacht

Erdbeeren Heizt erst mal euren Backofen auf 180 Grad Celsius vor (Ober- und Unterhitze).

Der zweite Schritt ist etwas fummelig, aber machbar. Verteilt die Erdbeeren zu gleichen Teilen auf das Bögen aus Butterbrotpapier, bestreut sie mit Zucker und benetzt sie mit dem Limoncello (nicht ertränken). Dann hebt ihr die Ecken des Backpapiers an, führt die Spitzen zusammen und verschließt sie fest mit dem Küchengarn zu hübschen Säckchen.

Diese papiernen Beutel schiebt ihr auf der mittleren Schien für etwa fünfzehn Minuten in den vorgeheizten Backofen.

Ich serviere die verschlossenen Päckchen auf einem Teller neben dem Eis, über das ich die gehackten Pistazien gestreut habe. Natürlich kann man die Papiersäckchen auch vor dem servieren öffnen und die Kugel Eis mit den Pistazien darauf platzieren.

Erdbeeren Wie auch immer – dazu passt perfekt ein trockener Sekt aus der Region.

 

Alternativen

Wer nicht so geduldig ist wie ich, wenn es um Erdbeeren geht, kann hier auch ganzjährig auf Ware aus der Tiefkühltruhe zurückgreifen. Und vielleicht kann man den Limoncello auch durch einen Erdbeer-Likör ersetzen – habe ich aber noch nicht ausprobiert. Wer kein Eis mag, findet in gesßtem griechischem Joghurt einen prima Ersatz. Und statt der teuren Pistazien tun es auch Haselnüsse und/oder Mandeln.

Erdbeeren Fotografie: Thomas Hobein

(Beim Schnabulieren gehört: Summer Wine“ von Vile Vallo und  Natalia Avelon. Die Version von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood schmeckt den Ohren aber auch)

 

 

 

 

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